Pilotprojekt „Beratung klimafreundliche Gesundheitseinrichtungen“

Jetzt haben Gesundheitseinrichtungen die Chance, ein speziell entwickeltes Angebot in Anspruch zu nehmen und sich professionelle Unterstützung zu holen, um sich mit klimaschützenden Maßnahmen weiter zu entwickeln. Das Pilotprojekt Beratung klimafreundliche Gesundheitseinrichtungen richtet sich an Kliniken, Alten- und Pflegeeinrichtungen, Primärversorgungseinheiten, Arztpraxen sowie Apotheken in ganz Österreich. In einem ersten Schritt werden rund 130 Gesundheitseinrichtungen dabei unterstützt, sich in Richtung Klimaneutralität zu entwickeln.

1. Hintergrund

In Österreich zeigen sich die gravierenden Auswirkungen der Klimakrise auf unsere Gesundheit und unser Gesundheitswesen bereits sehr deutlich. Hitze, Extremwetterereignisse, Allergien und vektorübertragbare Krankheiten schaden unserer Gesundheit. Expertinnen und Experten fordern die rasche Umsetzung der notwendigen Maßnahmen für den Klimaschutz, um die Resilienz unseres Gesundheitssystems zu stärken.

Wissenschaftliche Analysen belegen, dass das österreichische Gesundheitswesen mit klimaschädigenden Emissionen im Ausmaß von 6,8 Mio. Tonnen CO2 rund sieben Prozent des österreichischen CO2-Fußabdrucks verursacht und damit zur Klimakrise beiträgt. Deren Folgen werden ohne Gegenmaßnahmen enorme Ausmaße annehmen.

Gesundheitseinrichtungen und ihre Mitarbeiter:innen genießen hohes Vertrauen und sind zentrale Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in unserer Gesellschaft. Daher ist es wichtig, dass auch Gesundheitseinrichtungen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und damit zum Vorbild werden.

2. Ziele und Inhalte

Ziel des Pilotprojekts ist es, Gesundheitseinrichtungen dabei zu unterstützen, sich zu einer klimaneutralen Einrichtung zu entwickeln, indem sie die erforderliche Expertise, einschlägige Informationen, Hilfestellungen und Unterstützung aus einer Hand erhalten. Für diesen Prozess werden die Gesundheitseinrichtungen von einer Expertin / einem Experten begleitet. Es wird anhand der zuvor identifizierten Handlungsfelder ein individueller Klima-Aktionsplan erstellt. Zusätzlich erhalten die Gesundheitseinrichtungen Informationen zu speziellen Fördermöglichkeiten mit dem Ziel der Klimaneutralität.

Mit dem Pilotprojekt soll die Basis für eine ganzheitliche Integration von Klimaschutz in die Gesundheitseinrichtung bis hin zur Klimaneutralität gelegt werden.

Zentrale Bestandteile der Beratung sind folgende konkrete Leistungen durch Expertinnen und Experten:

  • Erstellung eines ersten Überblicks über Treibhausgasemissionen
  • Identifikation bereits umgesetzter Maßnahmen sowie Darstellung von Verbesserungspotenzialen
  • Erarbeitung eines Klima-Aktionsplans mit konkreten Zielen und Maßnahmen
  • Erstellung eines Berichts und Festlegung der nächsten Schritte
  • Unterstützung bei der Identifikation von Fördermöglichkeiten und beim Kontakt mit Beratungs- und Förderstellen

Mit der Teilnahme am Pilotprojekt und der Umsetzung der Maßnahmen kann die Gesundheitseinrichtung einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz im Gesundheitssektor leisten.

Die Beratung beinhaltet zwei Phasen
In der ersten Phase erarbeitet die Expertin / der Experte nach Gesprächen, Vor-Ort-Begehungen und Datenanalysen gemeinsam mit der Gesundheitseinrichtung mittels identifizierter Handlungsfelder einen individuellen Klima-Aktionsplan (Gebäude, Energie, Mobilität, Grünräume, Ressourcen- und Abfallmanagement, Beschaffung, Ernährungssystem etc.) und stellt Information über spezielle Fördermöglichkeiten mit dem Ziel der Klimaneutralität bereit.
In der zweiten Phase werden nach zwölf Monaten die Umsetzung des Maßnahmenpakets sowie mögliche Hindernisse und sowohl hemmende wie auch förderliche Rahmenbedingungen evaluiert. Die Ergebnisse der Evaluierung stellen die Basis für weitere Entwicklungen und Empfehlungen dar.

Projektlaufzeit Beratung
Phase 1: 08/2022 bis 12/2022
Phase 2: 08/2023 bis 12/2023

3. Zielgruppe

Die Zielgruppe bilden folgende Gesundheitseinrichtungen in den vier Versorgungszonen:

  • Krankenhäuser/Kliniken/Reha-Kliniken
  • Alten- und Pflegeeinrichtungen
  • Primärversorgungseinheiten
  • Arztpraxen
  • Apotheken

In Summe besteht in den vier Versorgungszonen für 127 Gesundheitseinrichtungen die Möglichkeit, die Beratung in Anspruch zu nehmen.

4. Vorteile und Nutzen für die Gesundheitseinrichtungen

Der zentrale Vorteil und der große Nutzen des Projekts bestehen darin, dass die Gesundheitseinrichtung eine Beratung für alle Handlungsfelder aus einer Hand bekommt, wodurch der Aufwand für die Einrichtungen so gering wie möglich gehalten wird. Durch die Teilnahme an diesem Pilotprojekt entstehen der Gesundheitseinrichtung keine Kosten.

Die Gesundheitseinrichtung profitiert von der Teilnahme an dem Beratungsprojekt insbesondere durch

  • die Erarbeitung eines individuellen Klima-Aktionsplans mit konkreten Zielen und Maßnahmen,
  • Kosteneinsparungen durch gesteigerte Energie- und Ressourceneffizienz,
  • eine fundierte Basis für die ganzheitliche Integration von Klimaschutz ins Unternehmen,
  • die Positionierung als verantwortungsvolle, zukunftsorientierte Gesundheitseinrichtung, die Vorreiterin, Vorbild und Multiplikatorin auf dem Weg zur Klimaneutralität ist,
  • die Steigerung der Resilienz,
  • die Steigerung des Images als Gesundheitsdienstleisterin.
  • die Basis für eine Erhöhung der Versorgungssicherheit und
  • die Schaffung eines klimafreundlichen Umfelds für Patientinnen/Patienten und Mitarbeiter:innen.
     

5. Wie ist der Weg zur Teilnahme?

Wir freuen uns, Ihre Gesundheitseinrichtung auf dem Weg zur Klimaneutralität begleiten zu dürfen.

Die Anmeldefrist für das Projekt ist abgelaufen!
Vielen Dank für Ihr Interesse. Wir werden an dieser Stelle über etwaige Folgeprojekte informieren.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte per E-Mail an klimaundgesundheit@goeg.at.

Die Beratungsleistung kann von den Gesundheitseinrichtungen, die eine Zusage erhalten haben, direkt bei dem beauftragten Unternehmen in Anspruch genommen werden. Das für Ihre Versorgungszone zuständige Beratungsunternehmen wird sich mit Ihnen bzw. Ihrer Gesundheitseinrichtung in Verbindung setzen.

 

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