Klimaresilienz des Gesundheitssystems
Der Klimawandel stellt das österreichische Gesundheitssystem vor neue Herausforderungen: steigende Temperaturen, Extremwetterereignisse und veränderte Krankheitsmuster erhöhen die Risiken für Bevölkerung und Versorgung. Ziel ist es, die Resilienz des Systems zu stärken und die Versorgungsqualität auch unter den Bedingungen durch den Klimawandel sicherzustellen. Grundlage bilden internationale Rahmenwerke wie jenes der WHO für klimaresiliente Gesundheitssysteme. Darauf aufbauend wurde für Österreich ein Zielkatalog zur Stärkung der Klimaresilienz des österreichischen Gesundheitssystems in zehn Dimensionen erarbeitet.
Ziel ist der Aufbau und Erweiterung von Klimakompetenz in den Gesundheitsberufen, Capacity Building und Wissenstransfer, die Vernetzung auf nationaler Ebene durch strategische Kooperationen und die Entwicklung wissenschaftlicher Grundlagen. Im Vordergrund steht die Identifikation von Handlungsfeldern, die Versorgungssicherheit und Qualität gewährleisten, sowie die Vernetzung relevanter Akteurinnen und Akteure. Damit schaffen wir eine gesunde, klimaresiliente Bevölkerung und ein robustes Gesundheitssystem für die Zukunft.

Überblick:
Capacity Building auf regionaler Ebene
Das Klima-Gesundheitsnetzwerk verbindet Akteurinnen und Akteure der Gesundheit, Gesundheitsförderung und der Klimawandelanpassung, um Wissen zu teilen, Synergien zu nutzen, gemeinsam Umsetzungen anzustoßen und stellt praxisnahe Tools und Kommunikationsmaterialien zur Verfügung.
Das Instrument Klimaresilienz Check Gesundheit („KLIC Gesundheit 2050“) unterstützt Gemeinden und Regionen, die eigene Klimaresilienz zu bewerten und Maßnahmen zu entwickeln, die die Gesundheit und Versorgung nachhaltig stärken.
Capacity Building auf nationaler Ebene
Die integrierte Gesundheitsberichterstattung (GBE) zu Klima und Gesundheit umfasst die Aufbereitung und Bereitstellung ausgewählter Indikatoren zum Monitoring der klimawandel-bedingten Auswirkungen auf die Bevölkerungsgesundheit, beispielsweise zum Thema Hitze.
Der Zielkatalog umfasst kurz sowie langfristige Ziele zur Stärkung der Klimaresilienz des österreichischen Gesundheitssystems in zehn Dimensionen.
Die Aktivitäten rund um den nationalen Hitzeschutz für die Bevölkerung fokussieren auf Vernetzung, Steuerung und Wissensaufbereitung. Dazu zählt unter anderem die Weiterentwicklung des Nationalen Hitzeschutzplans und das jährlich stattfindende Forum Hitze und Gesundheit.
Der nationale Hitzeschutzplan legt die Maßnahmen fest, die auf Bundesebene in Kooperation mit den Bundesländern und der GeoSphere Austria im Fall von Hitze gesetzt werden. Er bietet zudem einen Rahmen mit möglichen Ansatzpunkten für zusätzliche Hitzeschutzmaßnahmen auf Landes-, regionaler und lokaler Ebene.
Arbeiten zum nationalen Hitzeschutzplan
Das jährlich stattfindende Forum Hitze und Gesundheit bietet eine zentrale Plattform für Vernetzung, Wissensaustausch und aktueller Erkenntnisse rund um Hitze und Gesundheit. Die Veranstaltung richtet sich an Expert:innen aus Wissenschaft, Verwaltung und verwandten Bereichen.
Begleitung internationaler Arbeitsgruppen inkl. European Environment and Health Process (EHP) und inhaltlich-fachlicher Austausch mit Partnern
- Working Group zu Klimaresilienz: Alliance for Transformative on Climate and Health ATACH
- Organization for Economic Co-operation and Development Health Division OECD
- European Environment and Health Process EHP
- WHO European Environment and Health Task Force EHTF
- International Association of National Public Health Institutes - IANPHI Committee on Climate Change and Public Health IANPHI
- European Commission DG Santé (Grundlagenabteilung)
- WHO Working Group on Health in Climate Change HIC
Klimakompetenz in den Gesundheitsberufen
Weiterentwicklung des Lehrgangs für Lehrende in den Gesundheitsberufen mit dem Ziel, die Klimakompetenz in den Gesundheitsberufen zu stärken.
Fachliche Aufbereitung zur Stärkung der gesundheitsbezogenen Klimakompetenz in den Gesundheitsberufen und Vernetzung durch die (Mit-)Organisation von Workshops, Fachsymposien o. ä.
Forschungsprojekte
Arbeiten zur Auswirkung von Hitze auf das Gesundheitssystem und Gesundheitspersonal und Weiterentwicklung von Frühwarnsystemen.
Das Projekt HeatProtect schafft eine fundierte Datengrundlage zur Entscheidungsfindung und digitale Lösungen zur Bewältigung von Hitzeperioden. Dazu werden die Zusammenhänge zwischen Hitzewellen und den Auswirkungen auf das Gesundheitssystem in Österreich analysiert und quantifiziert. Gemeinsam mit Projektpartnerinnen und -partnern sowie Stakeholderinnen und Stakeholdern aus dem Gesundheits- und Pflegebereich werden in einem Co-Creation-Prozess Lösungen für den effektiven Umgang mit akuten Hitzewellen für Klientinnen, Klienten und Angestellte entwickelt.
LoReNa entwickelt eine praxisnahe Entscheidungshilfe, mit der Gemeinden und Regionen in Österreich Klimarisiken besser einschätzen und ihre Resilienz stärken können – mit Fokus auf den Gesundheitssektor. Dafür werden drei bestehende Methoden verglichen: die lokale Risikoanalyse (GeoSphere Austria), der Klimaresilienz Check Gesundheit (GÖG) und der Vorsorgecheck Naturgefahren im Klimawandel (Umweltbundesamt).
Climate Resilience
The work within the Department for Climate Resilience and One Health is based on international good practice, such as highlighting the World Health Organization’s (WHO) work on the climate resilience of health systems, and the definition of One Health by the One Health High-Level Expert Panel (OHHLEP).
In the context of climate resilience of health systems, the aims at strengthening resilience and preparedness with regard to the health-related effects of climate change, while maintaining and improving population health. The ongoing development of a Health National Adaptation Plan (HNAP) together with stakeholders serves as strategic guidance. The HNAP’s strategic framework identifies concrete objectives and areas for action to strengthen resilience in ten dimensions. Regional adaptation measures are also developed as well, taking into account the perspective of regional and local stakeholders, for example within the project “KLIC Health 2050” (based on WHO’s vulnerability, adaptation and capacity methodology).
The department’s focus is on strengthening resilience while taking regional circumstances into account and promoting the health and resilience of the population.