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Gesundheitskompetenz der Bevölkerung und von Angehörigen der Gesundheitsberufe

Die Initiativen in diesem Bereich unterstützen die Bevölkerung dabei, gut informierte Gesundheitsentscheidungen zu treffen und diese umzusetzen. Dazu werden der Umgang mit Gesundheitsinformationen, die Kommunikation mit Angehörigen der Gesundheitsberufe sowie die Orientierung im Gesundheitssystem verbessert. Mit Strategien, Tools und Trainings richten sich diese Angebote vorrangig an Fachleute und Gesundheitseinrichtungen.


Die Österreichische Plattform Gesundheitskompetenz (ÖPGK)
Zur nachhaltigen Verbesserung der Gesundheitskompetenz der österreichischen Bevölkerung braucht es geeignete Koordinationsstrukturen auf nationaler Ebene. Zu diesem Zweck wurde die Österreichische Plattform Gesundheitskompetenz (ÖPGK) durch die Bundesgesundheitskommission Ende 2014 beschlossen und 2015 ins Leben gerufen. Mit einem intersektoral besetzten Kern-Team unterstützt die ÖPGK die bundesweite Umsetzung des Gesundheitszieles 3 „Die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken" langfristig und nachhaltig.

ÖPGK
 

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Laufende Projekte:

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In Österreich wurden bisher zwei Erhebungen zur Gesundheitskompetenz der Bevölkerung durchgeführt: die erste im Rahmen eines EU-Projekts, des European Health Literacy Survey (HLS-EU, 2011), durch das damalige Ludwig Boltzmann Institute for Health Promotion Research und die zweite als Zielsteuerungsprojekt im Rahmen des M-POHL Health Literacy Survey 2019–2021 (Österreichische Gesundheitskompetenz-Erhebung 2020; HLS19-AT), koordiniert von der GÖG. Beide Erhebungen haben die Relevanz und Brisanz des Themas aufgezeigt und Umsetzungsmaßnahmen angestoßen.

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Leicht zugängliche, aktuelle und qualitätsgesicherte Gesundheitsdaten stellen eine wichtige Voraussetzung für zielgerichtete und informierte Entscheidungen im Gesundheitsbereich dar. Sie geben Orientierung zur Gesundheitssituation in Österreich, ermöglichen und unterstützen Vergleiche auf nationaler und internationaler Ebene und sind eine wesentliche Informationsquelle für die an Gesundheitsthemen interessierte (Fach-)Öffentlichkeit. Aufbauend auf diversen Arbeiten der GÖG (z. B. Outcome-Messung im Gesundheitswesen, Monitoring Gesundheitsziele Österreich, Update relevanter Gesundheitsindikatoren u. v. m.) wurde im Jahr 2019 mit der Konzeption und Entwicklung einer Testversion eines Gesundheitsatlas begonnen. 2021 und 2022 wurden die Arbeiten an gesundheitsatlas.at fortgeführt und User-Tests durchgeführt.

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Gesundheitsförderung, Krankheitsprävention und Gesundheitskompetenz sind definierte Aufgabenbereiche von Primärversorgungseinheiten. Was dies konkret bedeuten kann und wie die Umsetzung der entsprechenden Maßnahmen gut unterstützt werden kann, waren die zentralen Fragen eines mehrjährigen Projektes im Auftrag des Dachverbandes der Sozialversicherungsträger und des Fonds Gesundes Österreich. Umgesetzt wird das Projekt in Kooperation mit dem Institut für Gesundheitsförderung und Prävention.

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Daten zur Gesundheitskompetenz (GK) der österreichischen Bevölkerung wurden zuletzt vor zehn Jahren erhoben. Die Ergebnisse zeigten, dass Österreich in Sachen Gesundheitskompetenz, verglichen mit sieben anderen europäischen Ländern, einen großen Nachholbedarf hat. Zur weiteren Beobachtung der GK wurde in der Zielsteuerung-Gesundheit eine neuerliche Erhebung der Gesundheitskompetenz verankert.

Die österreichische Gesundheitskompetenz-Erhebung (kurz: HLS19-AT) ist Teil des internationalen Health Literacy Surveys (HLS19), eines Projekts des "WHO Action Network on Measuring Population and Organizational Health Literacy" (M-POHL). In der Erhebung werden neben der allgemeinen Gesundheitskompetenz auch spezielle Bereiche der GK (digitale GK, Navigationskompetenz im Gesundheitssystem, kommunikative GK im Rahmen ärztlicher Gespräche und GK in puncto Impfentscheidungen) berücksichtigt.

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In Umsetzung der 2016 von der Bundes-Zielsteuerungskommission beschlossenen bundesweiten Strategie zur Verbesserung der Gesprächsqualität in der Krankenversorgung werden unter dem Dach der Österreichischen Plattform Gesundheitskompetenz (ÖPGK) Maßnahmen in folgenden Handlungsfeldern gesetzt:

  • Empowerment von Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern von Gesundheitseinrichtungen in Hinblick auf patientenzentrierte Gesprächsführung

  • Empowerment von Patientinnen/Patienten und ihren Angehörigen für gesundheitskompetente Kommunikation

  • Organisations- und Prozessentwicklung für Gesundheitseinrichtungen auf dem Weg zu gesundheitskompetenten Einrichtungen

  • Gesundheitssystementwicklung zur Reorientierung des Gesundheitssystems auf eine patientenzentrierte Kommunikationskultur

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In einem dreisemestrigen Trainerlehrgang wurden Lehrende verschiedener medizinisch-therapeutischer Gesundheitsberufe an der Fachhochschule Campus Wien (Department Gesundheitswissenschaften) nach evidenzbasierten und qualitätsgesicherten Standards für einen effektiven Gesprächsführungsunterricht auf internationalem Niveau weiterqualifiziert. Der Lehrgang im Gesamtumfang von 380 Stunden umfasste Präsenzmodule, ein umfangreiches Praktikum und Hausarbeit. 2020 wurden die ersten zwei Kurse trotz Coronakrise via Fernlehre durchgeführt.

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Das steigende Angebot im Bereich der digitalen Gesundheitsangebote und -informationen erfordert zunehmend entsprechende Kompetenzen seitens der Nutzerinnen und Nutzer. Gleichzeitig ist in diesem Bereich ein großer Nachholbedarf zu verzeichnen, da jeweils rund die Hälfte der österreichischen Bevölkerung Schwierigkeiten hat, zu beurteilen, wie vertrauenswürdig diese Angebote sind bzw. inwiefern diese mit wirtschaftlichen Interessen verbunden sind (Ergebnisse HLS19-AT).

Es stellt sich daher die Frage, wie zukünftig mit dieser Entwicklung umzugehen ist bzw. wie insbesondere Laiinnen und Laien niederschwellige Hilfestellungen geboten werden können, um qualitätsgesicherte Gesundheitsinformationen identifizieren zu können.

Aufbauend auf bestehenden Qualitätskriterien soll ein umfassender und anerkannter Zertifizierungsprozess entwickelt und etabliert werden, der insbesondere die Bedürfnisse der einzelnen Zielgruppen berücksichtigt.

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Der Zugang zu guter Gesundheitsinformation ist eine zentrale Voraussetzung für gesundheitliche Chancengerechtigkeit und für die Stärkung der Gesundheitskompetenz. Die 2021 im Rahmen des Projekts „Gute Gesundheitsinformation für Menschen mit Migrationshintergrund“ durchgeführte Bedarfserhebung zeigte deutlich, dass Sprachbarrieren das Zurechtfinden im Gesundheitssystem erheblich erschweren und der Bedarf an mehrsprachigen Informationsangeboten entsprechend groß ist. Auf Basis dieser Erhebung wurden seit 2021 fünf mehrsprachig untertitelte Erklärvideos zu zentralen Fragen der Gesundheitsversorgung sowie eine  Infosheet-Reihe partizipativ mit Menschen mit Migrationshintergrund entwickelt und am österreichischen Gesundheitsportal veröffentlicht.

Weiterlesen   Flyer Gesundheitsinformation