Social Prescribing: Pilotprojekt zeigt klare Erfolge in Österreich

Im Wartezimmer sitzen sie nebeneinander: die mit Rückenschmerzen, der mit Herzrasen, die Jugendliche mit Schlafproblemen. Ärztinnen tippen, messen, fragen. Doch nicht selten steckt dahinter etwas anderes: Einsamkeit. Stress. Geldsorgen.
Rund jede fünfte* Konsultation in der Praxis dreht sich in Wahrheit um psychosoziale Anliegen, nicht um medizinische Befunde. Die Folge: Menschen kommen immer wieder, ohne dass ihr eigentliches Bedürfnis angesprochen wird. Ärztinnen sind überlastet, Patient:innen frustriert, das System merkt seine Grenzen. Hier setzt Social Prescribing an: Ärzt:innen vermitteln Patient:innen an speziell geschulte Fachkräfte. Diese helfen, die eigentlichen Belastungen zu erkennen und finden passende soziale Angebote - von der Schuldnerberatung bis zu Nachbarschaftshilfe. Seit 2021 wird dieser Ansatz in österreichischen Pilotprojekten erprobt. Die erste aktuelle Auswertung darüber zeigt: Patent:innen sind zufrieden, werden gut vermittelt und Ärzt:innen spüren die Entlastung im Team.
Ein neuer Fördercall des BMASGPK soll, für 2026–2028, weitere Projekte ermöglichen.
Chancengerechtigkeit im Gesundheitssystem
Fotocredit: © ORF
