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InfoCure - Zertifizierung von Anbietern Guter Gesundheitsinformation

Das steigende Angebot im Bereich der digitalen Gesundheitsangebote und -informationen erfordert zunehmend entsprechende Kompetenzen seitens der Nutzerinnen und Nutzer.  Gleichzeitig ist in diesem Bereich ein großer Nachholbedarf zu verzeichnen, da 67% der österreichischen Bevölkerung eine problematische oder unzureichende digitale Gesundheits-kompetenz aufweist.1 

Es stellt sich daher die Frage, wie zukünftig mit dieser Entwicklung umzugehen ist bzw. wie insbesondere Laiinnen und Laien niederschwellige Hilfestellungen geboten werden können, um qualitätsgesicherte Gesundheitsinformationen identifizieren zu können.

Das langfristige Ziel des Projekts ist die Implementierung eines Zertifizierungssystems für Anbieter digitaler Gesundheitsinformationen im Internet. In einem ersten Schritt soll dies im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz – D-A-CH) umgesetzt werden.

Der Schwerpunkt im Jahr 2025 lag auf der Intensivierung des Austausches mit Partnerorganisationen in Deutschland (Bertelsmann Stiftung) und der Schweiz (Careum Stiftung). Im Rahmen des von der Bertelsmann Stiftung initiierten Projekts „InfoCure“ wurde am Aufbau übergreifender Projektstrukturen für den D-A-CH-Raum gearbeitet. Neben der Etablierung projektinterner Strukturen wie regelmäßiger Jours fixes und der Kooperation mit der Nature Medicine Commission on Health Information for All (Fachjournal Nature Medicine) wurden zwei weitere  Austauschformate initiiert. Auf nationaler Ebene wurden in einem Stakeholder Austausch lokale Perspektiven und Praxiserfahrungen eingeholt. Zusätzlich wurden in einem D-A-CH übergreifenden Sounding Board zentrale Fragestellungen der InfoCure Initiative bearbeitet.

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Gruppenbild
Teilnehmer:innen Stakeholder Workshop © Doris Gabmeier-Rössler

 

Darüber hinaus wurden in Deutschland, Österreich und der Schweiz repräsentative Bevölkerungsbefragungen zur Nutzung digitaler Gesundheitsinformationen einschließlich KI-gestützter Angebote durchgeführt. Die Ergebnisse wurden auf der Website der Österreichischen Plattform Gesundheitskompetenz veröffentlicht.

2026 steht im Zeichen der Vertiefung und Konsolidierung. Neben der Fortführung des D-A-CH-übergreifenden Sounding Boards soll ein Implementierungskonzept erstellt werden. Parallel dazu soll eine Online-Fortbildung zum Thema Gute Gesundheitsinformationen für Gesundheits-diensteanbieter:innen konzipiert werden.

Mehr Infos
 

Text

[1] Griebler et al. (2026): Digitale Gesundheitskompetenz in der österreichischen Bevölkerung. Ergebnisse des Panels Gesundheitsförderung. Factsheet. Gesundheit Österreich. Wien