Initiative Gute Gesprächsqualität
Bundesweite Strategie
2016 wurde im Rahmen der österreichischen Gesundheitsreform eine bundesweite Strategie zur Verbesserung der Gesprächsqualität in der Krankenversorgung erarbeitet. Es wurde empfohlen, an drei Ebenen anzusetzen: individuellen Personen, Gesundheitseinrichtungen und dem Gesundheitssystem.
Dazu wurden vier Handlungsfelder für Maßnahmen definiert:
- Mitarbeiter-Empowerment: Weiterentwicklung der Kompetenzen von Gesundheitsfachkräften für gute Gesprächsführung in der Aus-, Weiter- und Fortbildung sowie am Arbeitsplatz
- Patienten-Empowerment: Förderung der aktiven Beteiligung von Patientinnen und Patienten an ihrer Gesundheitsversorgung (Unterstützen von Patientenfragen im Gespräch, Patientenschulungen und -coachings, Patientenrechte etc.)
- Organisations- & Prozessentwicklung: Schaffung von Rahmenbedingungen und Prozessen in Gesundheitseinrichtungen, die gute Gesprächsführung unterstützen, inkl. der Bereitstellung guter schriftlicher und medial vermittelter Gesundheitsinformationen
- Gesundheitssystem & -kulturentwicklung: Etablieren einer patientenzentrierten Grundkultur, Verankerung des Themas Gesprächsqualität in nationalen Policies, Programmen, Regelungen und Gesetzen und Schaffen von entsprechenden Anreizmechanismen im Gesundheitssystem.
Nutzen patientenzentrierter Gesprächsführung
Verständigungsprobleme, Umgang mit starken Emotionen von Patientinnen und Patienten, Konflikte, Motivieren zu Lebensstiländerungen, Überbringen schlechter Nachrichten, Gespräche unter Zeitdruck – im beruflichen Alltag sind Gesundheitsberufe mit vielfältigen Herausforderun-gen konfrontiert.
Gute kommunikative Fertigkeiten helfen, solche herausfordernden Situationen besser zu bewältigen. Eine effektive Kommunikation mit Patientinnen und Patienten
• entlastet die Arbeit der Gesundheitsberufe in herausfordernden Situationen
• hilft bei einer effizienteren Nutzung der Zeit
• steigert die Zufriedenheit von Patientinnen und Patienten
• fördert die Mitarbeit von Patientinnen und Patienten (Adhärenz)
• erhöht die diagnostische Genauigkeit
• verbessert die Behandlungsergebnisse
• steigert die Patientensicherheit
• reduziert die Kosten des Gesundheitssystems und die Anzahl medizinisch-juristischer Klagen
• steigert die Gesundheit und erhöht die Arbeitszufriedenheit der eigenen Mitarbeitenden
Patientenzentrierte Gesprächsführung ist daher entscheidend für eine effektive und sichere Krankenversorgung, Gesundheitsförderung und Prävention. [1; 2]
Kommunikationstrainings für Gesundheitsberufe
Das ÖPGK-Trainernetzwerk bietet interessierten Einrichtungen Impuls-Workshops und Kommunikationstrainings für Gesundheitsberufe (nach ÖPGK-tEACH-Standard) an. Die Trainings sind praxisorientiert, evidenzbasiert, maßgeschneidert und spezifisch für Gesundheitsberufe und erfahrungsbasiert gestaltet. Es werden Trainingspakete zu 12, 16 oder 20 Stunden oder individuelle Pakete angeboten.
Auf der Basis eines in internationaler Kooperation entwickelten Qualitätsstandards wurden Standardcurricula für unterschiedliche Settings entwickelt, pilotiert und evaluiert.
Aktuelle Förderangebote
Das aktuelle Förderprogramm „Impuls-Workshops & mehrteilige Kommunikationstrainings für Gesundheitsberufe: Patientenzentrierte Kommunikation nach ÖPGK-tEACH-Standard trainieren“ bietet interessierten Einrichtungen mit und ohne Patientenkontakt die Möglichkeit, praxisnahe Trainings mit finanzieller Unterstützung umzusetzen.

[1] Sator M, Nowak P, Menz F. Verbesserung der Gesprächsqualität in der Krankenversorgung. Kurzbericht auf Basis der Grundlagenarbeiten für das Bundesministerium für Gesundheit und den Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger. Wien: Gesundheit Österreich GmbH, 2015.
[2] Stürzlinger, Heidi; Pentz, Richard; Soede, Isabel (2022). Kosteneffektivität von Kommunikations-trainings für Gesundheitspersonal. Rapid Review zu ökonomischen Evaluationen. Gesundheit Österreich, Wien